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Teuerste Geige der Welt in der S-Bahn vergessen

Veröffentlicht am:Juli 31, 2012

Maxda

Es ist kaum zu glauben, die teuerste Geige der Welt einfach so zu vergessen wie einen ollen Regenschirm. Der Reisender der in einer Schweizer S-Bahn eine wertvolle Stradivari-Geige vergessen hat muß ziehmlich zerstreut gewesen sein. Als er seinen Fehler bemerkte alamierte er auf dem Bahnsteig sofort die Polizei, aber zu spät, das wertvolle Instrument war verschwunden. Die Überwachungskamera auf dem Bahnhof Kerhsatz Nord, nahe Bern, zeigte einen jungen Mann der mit der Geige aus dem Zug stieg. Einen Tag später tauchte die Geige im Fundbüro wieder auf.

Die Stradivari Geigen wurden von dem italienischen Geigenbauer Antonio Giacomo Stradivari, der um 1648 geboren und am 18.12.1737 in Cremona gestorben ist, gebaut. Stradivari war laut Überlieferungen wahrscheinlich Schüler bei Nicola Amati. Er machte sich mit 30 im Geigenbau selbständig. Seine Werkstatt lag an der Piazza San Domenico im norditalienischen Cremona. Zuerst kopierte er den Stil seines Meisters und erst einige Zeit später fing er an eigene Stile mit einzubauen. Er probierte die unterschiedlichsten Holzarten und Lacke aus. Heutzutage gelten die Geigen als seine besten, die zwischen 1698 und 1725 von ihm gebaut worden sind. Insgesamt soll Stradivari 1100 Bratschen, Celli, Gitarren, Harfen und Violinen gebaut haben. Seine Söhne Omobono und Francesco halfen ihm nach 1730 dabei. Heute sind ca 650 Instrumente noch erhalten.

Schon um etwa 1800 waren seine Instrumente über die Grenzen hinaus bekannt. Früh erzielten sie Höchstpreise bei Verkäufen. Die Qualität der einzelnen Stücke war einfach überragend. Bei einer Versteigerung bei Christie`s in London wurde für einen Stradivari ca. 1,5 Millionen Euro bezahlt, aber den höchsten Preis erzielte die Lady Blunt. Sie wurde für 9,8 Millionen Pfund Sterling 2011 in London versteigert. Auch die Lady-Tennant-Geige wurde Höchstpreisig versteigert, für 1,53 Millionen Euro. 2006 wurde im Rockefeller Plaza in New York eine Stradivari für 3,5 Millionen US-Dollar versteigert. Diese Geige trug den Namen Hammer, von dem schwedischen Hofjuwelier und Sammler Christian Hammer. Dieser hatte die Geige im 19. Jahrhundert gekauft.

Das spanische Königshaus besitzt die größte zugängliche Sammlung von Stradivari-Instrumenten. Es befinden sich dort zwei Celli, eine Viola und zwei Violinen. In der Sammlung der Smithsonian Institution in Washington D. C. befinden sich weitere vier Instrumente und fünf Stradivaris findet man in derselben Stadt in der Library of Congress. In Paris, im Musikkonservatoriums, befinden sich auch fünf Instrumente. Viele der Instrumente sind immer noch in Gebrauch.

Es ist nicht so das die Stradivaris den besten Klang von allen Violinen haben, ganz im Gegenteil ist für viele der Klang einer modernen Violine viel angenehmer. Die Stradivaris wurden natürlich über die Jahrhunderte hinweg so oft hoch gelobt und wurden immer kostspieliger, das man automatisch davon ausgeht die Instrumente müssen auch einen viel besseren Klang haben als andere. Natürlich ist die Holzqualität kaum mit einem neuzeitlichen Instrument zu vergleichen, hier haben die Stradivaris einen enormen Vorteil. Es sind evtl. die besonderen klimatischen Verhältnisse in Europa während des 16. – 18. Jh. dafür verantwortlich das das Holz ein ganz anderes ist als heute. Solche Holzqualitäten sind heute einfach nicht mehr zu bekommen.

Man hat sogar versucht Holz genauso zu züchten das es den Verhältnissen von damals entspricht, mit Schimmelpilzen und allem was dazu gehört, doch man kam zu dem Schluß das der spezielle Klang doch nicht nur am Holz liegt. Das Spiel der Stradivari Violinen wird zum Beispiel als sehr lebhaft beschrieben. Auch bewegen sich die Töne in einem Klangbereich, in dem das menschliche Gehör am empfindlichsten ist. Selbst leise gespielte Töne sind auch in weiter Ferne noch hörbar. Man hat festgestellt das auch die Lackrezeptur keinen besonderen Einfluß auf den Klang der Stradivaris hat. Angeblich soll lediglich ein kleines Gewicht an modernen Violinen helfen dem Klang einer Stradivari näher zu kommen. Die genaue Stelle wird aber geheim gehalten.



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